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„In dem Dorfe, das heute Groß Schulzendorf heißt, wohnten früher viele Leute, die Schulze hießen. Es waren alles große Männer. Und deshalb nannte man den Ort „Groß Schulzendorf“.
So wurde dies 1929 nach W. Reichner schriftlich mitgeteilt (Quelle: Sagen und Geschichten aus dem Kreis Teltow, 1932). Eine Sage!
Dieser Name bürgerte sich ein, als nach den Befreiungskriegen das Amt Zossen in Privatbesitz gelangte. Auch die bisher geleisteten Dienste und Naturalabgaben der Bewohner wurden abgelöst. Es ist nach dieser Zeit, als man die Ämter Zossen und Trebbin zum eigentlichen Hauptkreis Teltow gelegt hatte. Früher hieß das Dorf nur „Schulzendorf“, weil es kein anderes Dorf gleichen Namens gab oder „Schulzendorf an der Wiese“, womit die Lage an der großen Herrenwiese zwischen Jühnsdorf und Löwenbruch bezeichnet werden sollte.
Den unterscheidenden Zusatz „Groß“ führt das Dorf also erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, da es notwendig wurde, drei Teltowortschaften gleichen Namens zu unterscheiden. Ein Schulzendorf behielt seine Bezeichnung ohne Zusatz im Hauptkreis Teltow. Ein kleineres Schulzendorf lag im Amtskreis Trebbin – heute „Klein Schulzendorf“, unser Schulzendorf lag im Amtskreis Zossen, führt die Ortsbezeichnung Groß Schulzendorf.
Das Dorf ist ein Angerdorf. Nach Angaben des „Historischen Ortslexikons für Brandenburg, Teil IV, Teltow“ wurde „Schultendorf“ 1346 erstmals erwähnt, 1430 „Scholtendorf“ zu „Schultzendorf“. Ältere urkundlich belegte Nachrichten über die Dorfgründung sind nicht bekannt. Um 1800 hatte das Dorf 150 Einwohner. Dazu gehörten eine Schmiede, ein Dorfkrug und eine Windmühle (seit 1671). Die Einwohnerzahl stieg kurz vor dem 1. Weltkrieg auf 595. Viele Flüchtlinge kamen nach dem 2. Weltkrieg in die Landgemeinde, einige blieben und haben hier eine neue Heimat gefunden.
Auf der Dorfaue befindet sich die aus dem Mittelalter stammende ursprünglich rechteckige Kirche mit einem aus Feldsteinen zusammengefügten Mauerwerk. Die Fundamente errichteten die Flamen vor 700 Jahren, als sie unter dem Geleit der Askanier das damals slawische Land besiedelten.
In der friderizianischen Zeit wurde nach Westen hin ein barocker Turm mit verhältnismäßig schwachen Mauern angebaut. Eine Wetterfahne auf dem hölzernen Turmaufbau zeigte die Jahreszahl 1744. 1896 erfolgte der Umbau der Dorfkirche zu einer Kreuzanlage. Glockengießer Heintze goss die Glocke. Sie trägt die Jahreszahl 1773. Zur Kirche gehört ein Kelch, Silber vergoldet (um 1740).
Auf dem gepflegten Dorfanger mit der Pfarrkirche befinden sich die sogenannte Friedenseiche, das restaurierte Kriegerdenkmal (1914 – 1918) und das um die Jahrhundertwende erbaute Schulgebäude. Ansehenswert sind die gut erhaltenen Dreiseit- und Vierseithöfe. Nur zwei Fachwerkhäuser gibt es noch.
Die Dorfkirche von Groß Schulzendorf
Zur Ortsgeschichte gehört wohl auch, dass es in Groß Schulzendorf ein Jagdschloss „Heidehof“ gab, von der Familie Wertheim (ehemals großer Kaufhauskonzern) erbaut. 1910/11 kaufte man das Gelände. Ein Sohn des Gründers des Imperiums, Franz Wertheim, war Verwalter des Schlosses und nutzte das Anwesen ständig. Er fuhr aus Berlin mit der Bahn nach Ludwigsfelde und ließ sich von dort mit der Kutsche abholen. Bei den Dorfbewohnern war er für sein Tun im Dorf beliebt.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten war das Leben der jüdischen Familie Wertheim immer mehr bedroht. Das Jagdschloss musste von ihnen ohne Entschädigung aufgegeben werden. Die Familie verließ Deutschland. Von 1939 an wechselte oft die Nutzung des Gebäudes. 1996 bekamen die Wertheims das Anwesen zurück. Der Kreis Teltow-Fläming kaufte dieses von den Erben. Nun befindet sich dort die Förderschule für geistigbehinderte Kinder und nennt sich „Schule am Wald“.
 Förderschule für geistig Behinderte
Auf eine siebzigjährige Geschichte kann die Freiwillige Feuerwehr im Dorf stolz sein.
Der neue und elfte Ortsteil ist im Vergleich zu den anderen zehn historisch der Zweitjüngste, aber an Sagen der Reichste.
Vera Gärtner Ludwigsfelder Geschichtsverein e.V.
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