Auszug aus der Zeittafel zur Stadtgeschichte
ca. 1240
Bau eines Brunnens als erste datierbare Aktivität auf dem heutigen Territorium der Stadt Ludwigsfelde; die dazugehörige dörfliche Siedlung selbst dürfte schon einige Jahrzehnte älter sein.
ca. 1350
geprägte Münzen des "falschen Woldemar" während der Ausgrabung im Preußenpark 1997 gefunden
1375
Erste namentliche Erwähnung der Vorgängersiedlung als "Danstorp prope Trebbin" im Landbuch der Mark Brandenburg Kaiser Karl IV.
1413, 1462 und 1472
werden in Urkunden die Herren von Torgow auf Zossen als Besitzer des Dorfes genannt. Neben unserem Damsdorf gehörten u.a. auch Genshagen, Kerzendorf, Löwenbruch, Kleinbeeren, Steglitz und Rangsdorf zum Besitz derer von Torgows.
1479 und 1497
wird die "wüste Feldmark Damsdorf" erwähnt, was auf ein Verlassen des Dorfes durch seine Bewohner deutet. Mit dem Aussterben des Geschlechtes derer von Torgow scheint auch das Schicksal von Damsdorf besiegelt gewesen zu sein.
1750/53
entstehen auf diesem Areal durch Neugründung im Zuge der Binnenkolonisation und "Repeuplierung" Friedrich II. die "Kolonien" bzw. "Etablissements" Damsdorf und Ludwigsfelde (letzteres eine Wortneuschöpfung in Anlehnung an den Namen des damaligen Gutsherrn von Löwenbruch und Kurmärkischen Kammerpräsidenten Ernst Ludwig von der Gröben). Es werden 12 "ausländische kleine Wirthe" angesiedelt, die wohl neben Ackerbau auch ergänzendes Gewerbe (Weberei) betreiben. Im Transakt vom 24.12. 1753 wird dem Gutsherrn der "Bier- und Brandtwein-Verlag bewilliget"; das gilt als Schankrechtsverleihung für den Krug, der aufgrund der Lage an einer wichtigen Poststraße entstand. Der "Alte Krug" ist heute das älteste noch existierende Gebäude in Ludwigsfelde und hat über die Zeiten seine Funktion bewahrt.
1791
gehören zu Ludwigsfelde 11 Feuerstellen, 9 Büdner, 1 Krüger und 59 "Seelen".
1800
heißt es über Ludwigsfelde: Kolonie bei Löwenbruch, die mit Damsdorf einen Ort ausmacht.
1805
Nach dem Freitod des Majors a.D. Karl Wilhelm von der Gröben am 29.11. ist der Mannesstamm dieser Familie erloschen und das Erbe, somit auch Ludwigsfelde, geht 1823
testamentarisch an Wilhelm von dem Knesebeck über.
1813
Ludwigsfelde wird im Zusammenhang mit dem Gefecht bei Wietstock (am 22. August) und der Schlacht bei Großbeeren (23. August) stark in Mitleidenschaft gezogen.
1839/41
Die Berlin-Anhaltische Eisenbahn entsteht. Ludwigsfelde erhält einen Haltepunkt.
 Fahrplan aus dem Jahre 1841
1886
wird der Bahnhof in seiner jetzigen Gestalt als repräsentativer Backsteinbau errichtet.
1904
Ludwigsfelde bekommt ein Post- und Telegraphenamt und entwickelt sich somit zu einem Kommunikationszentrum von regionaler Bedeutung.
1928
Infolge einer Verwaltungsreform in Brandenburg werden die beiden zu verschiedenen Gutsbezirken gehörenden Vorwerke Damsdorf und Ludwigsfelde zu einer Landgemeinde zusammengeschlossen, die zuerst Damsdorf heißt, dann aber
1929
(22.02) aufgrund von Einwohnerwünschen und wegen des Bahnhofs in Ludwigsfelde umbenannt wird.
1936
Gründung der Daimler-Benz Motoren GmbH Genshagen/Ludwigsfelde. Baubeginn des Flugmotorenwerkes auf einer Fläche von 375 ha. Die Autobahn erreicht Ludwigsfelde.
1937
Fertigstellung des ersten Flugzeugmotors. Inzwischen entstehen durch die Gesellschaft "Kurmärkische Kleinsiedlung" allmählich Wohnbauten für die Belegschaft des Werkes: 436 Einzel- und Doppelhäuser, im 2. Bauabschnitt 552 sogenannte Volkswohnungen als doppelgeschossige Wohnblocks. Ludwigsfelde bekommt dadurch stadtähnliche Siedlungsstrukturen.
1940
Erste Kriegsgefangene kommen als Zwangsarbeiter in das Werk Genshagen.
1943/ 44
1100 weibliche KZ-Häftlinge aus Sachsenhausen und Ravensbrück werden als Zwangsarbeiter im Flugzeugmotorenwerk eingesetzt.
1945
22. 04. Kampflose Übergabe der Gemeinde an die Rote Armee durch den Bürgermeister Wilhelm Timm.
1952
Gründung des VEB Industriewerke Ludwigsfelde auf dem Geländes des ehemaligen Daimler-Benz Flugzeugmotorenwerkes Genshagen/Ludwigsfelde.
Baubeginn der Wohnstadt Ludwigsfelde im sogenannten Dichterviertel.
1954 - 1964
In diesem Zeitraum werden dort u.a. Schiffsdieselmotoren für Sturmboote, Dieselameisen, Strahltriebwerke TL-014, Geländewagen P3, Schmiede- und Gussteile, Ölbrenner, Turbinenschaufeln, Elektronenstrahlmehrkammeröfen, Krautschläger für die Landwirtschaft und Rennbootmotoren produziert. Aus der Reparatur von Strahltriebwerken entwickelt sich später ein eigener Betrieb, die sogenannte Flugzeugwerft.
1954
Beginn der Motorrollerproduktion.
1955
Ludwigsfelde bekommt erste eigene evangelische Kirche.
1959
07.10. Einweihung des Klubhauses an der Potsdamer Straße.
1961
Im August wird die Gemeinde Struveshof ein Ortsteil von Ludwigsfelde.
1962
Baubeginn der Wohnstadt Ludwigsfelde West.
 Bahnhof und Dichterviertel um 1962 Mit freundlicher Genehmigung von Peter Riehmann
1965
17.07. Der erste LKW W 50 verlässt das Montageband, das Werk erhält den Namen "VEB Automobilwerke Ludwigsfelde".
18.07. Ludwigsfelde erhält das Stadtrecht (12.000 Einwohner).
1975
Feierliche Einweihung der Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten der Sowjetarmee an der Potsdamer Straße
1978
Beginn des Wohnungsbaus in Ludwigsfelde Nord.
1983
22.12. Eröffnung der Wohngebietsgaststätte "Am Brunnen"; in den nächsten Jahren wird daneben das sogenannte "Gesellschaftliche Zentrum" in Pavillon-Bauweise errichtet
1985
Das evangelische Gemeindehaus Schalom wird eingeweiht.
1986
Beginn der Serienproduktion des LKW L60
1987
Abschluss des Vorhabens "Rekonstruktion und Erweiterung der Schmiede" im IFA-Werk; der Industriestandort verfügt damit über die modernste Schmiede Europas, die übrigens 1995 geschlossen wurde.
1989/90
Mit der Wende ergeben sich dramatische Entwicklungen für das IFA-Werk, in dem zu diesem Zeitpunkt ca. 9.700 Beschäftigte tätig sind. Anfängliche Hoffnungen auf ein joint venture mit Daimler-Benz - es wird der gemeinsame Prototyp IFA 1318 gebaut - erfüllen sich nicht. Trotz der Umgestaltung zur GmbH kann das Werk nicht überleben. Am 17.12. 1990 verlässt der letzte W 50 das Montageband.
1991
08.02. Der erste in Ludwigsfelde produzierte Mercedes-Benz-LKW rollt vom Band. Der Industriestandort erfährt Kontinuität.
20.12. Einweihung des ersten "Märkischen Kinderdorfes" im Land Brandenburg.
1992
01.11. Symbolischer erster Spatenstich des "PreußenParks Ludwigsfelde/Löwenbruch" als Gewerbegebiet.
1993
Die ersten Geschäftshäuser werden eröffnet.
Grundsteinlegung im "BrandenburgPark" Genshagen und Grundsteinlegung für den ersten mehrgeschossigen Wohnungsbau nach der Wende.
Umzug der Stadtverwaltung ins "Reichelt-Haus" und Abriss der Baracken, die 40 Jahre als Verwaltungssitz dienten.
1994
Offizielle Eröffnung "Haus der offenen Jugendarbeit". Der umgebaute und auf drei Fahrspuren erweiterte Kreuzungsbereich Potsdamer Straße - von der Rathaus- bis zur Thälmannstraße wird offiziell dem Verkehr übergeben. Eröffnung des Stadtmuseums im Brandenburgische/Ecke Str. der Jugend unter Anwesenheit des Kulturministers Dr. Hinrich Enderlein.
1995
30jähriger Stadtgeburtstag Ludwigsfeldes mit festlichem Konzert unter Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Dr. Manfred Stolpe, Eröffnung einer Sonderschau zur Stadtgründung im Museum, Vorstellung des Bildbandes "Ludwigsfelde", Grundsteinlegung des neuen Rathauses
1996
Richtfest des neuen Rathauses im März. Im "Märkischen Kinderdorf" wird der Grundstein zu den Erweiterungsbauten (2 Häuser) gelegt; gleichzeitig Feier zum 5jährigen Bestehen des Vereins. Seine Königliche Hoheit Prince Charles of Wales besucht die Stadt und informiert sich zu den Ergebnissen eines Planungswochenendes, das die zukünftige Bebauung (Stadtzentrum / Autobahnlösung) zum Inhalt hatte. Feierliche Einweihung des neuen Rathauses im November unter Anwesenheit des Brandenburgischen Bauministers Hartmut Meyer, des Bauherren Reinhard Müller (Wert-Konzept Berlin) des Landrats Peer Giesecke und zahlreicher weiterer Gäste.
1997
Richtfest für das neue Feuerwehrobjekt in der Straße der Jugend. Beginn der Ausgrabungen der mittelalterlichen Vorgängersiedlung Damsdorf auf dem Gelände des "PreußenParks". Das Bundesverkehrsministerium gibt die Zustimmung zum Bau der Autobahn auf Stelzen.
Durch den Zusammenschluss der Gemeinden Genshagen, Gröben, Jütchendorf, Kerzendorf, Löwenbruch, Mietgendorf, Schiaß, Siethen und Wietstock mit der Stadt hat Ludwigsfelde jetzt 22.724 Einwohner auf einer Gesamtfläche von ca. 8.956 Hektar.
1998
Einweihung der Bahnunterführung Potsdamer Straße und Freigabe der Kreisverkehre, Übergabe der Brücke in Birkengrund.
Beschluss durch DaimlerChrysler, dass der neue Typ "Vaneo" am Standort Ludwigsfelde produziert werden soll. Die Stadtbibliothek feiert ihr 50jähriges Bestehen. Heinz Peter, Begründer der ersten Nachkriegsbibliothek, kann ebenso begrüßt werden wie weitere Leiterinnen.
1999
Das erste "multimedial durchkonzipierte Oberstufenzentrum im Land Brandenburg" wird seiner Bestimmung übergeben. Enthüllung eines Findlings auf dem Rathausvorplatz, Zeugnis eines Brunnens aus dem Jahr 1236, entdeckt bei Ausgrabungen im PreußenPark.
Grundsteinlegung bei der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg. Es wird ein Kunden-Service-Center für die Betreuung der Industriegasturbinen-Kunden der MTU und für den Vertrieb von Ersatzteilen entstehen. Baubeginn neue Autobahntrasse; Startschuss für das DaimlerChrysler-Ludwigsfelde-Projekt, einer Wohnanlage in der Ahrensdorfer Heide; Das Gymnasium Ludwigsfelde feiert seinen 50. Geburtstag. 40 Jahre Ludwigsfelder Kulturhaus - Das Jubiläum wird mit einer "Mitternachtsparty - spezial" gefeiert.
2000
Landesweites Treffen der Freunde der IG Motorroller des IWL am Geburtsort der Fahrzeuge. Rekonstruktion des mittelalterlichen Brunnens am authentischen Standort im PreußenPark eingeweiht; die Anlage erinnert an die mit 25.000m² untersuchter Fläche größte bisher ausgegrabene mittelalterliche Dorfwüstung der neuen Bundesländer.
Der Ehrenfriedhof an der Potsdamer Straße wird verlegt. Der neue Ehrenhain für die sowjetischen Kriegstoten auf den städtischen Friedhof wird durch Bürgermeister Scholl in Anwesenheit von Vertretern der Botschaft der Russischen Föderation übergeben. Grundsteinlegung für ein neues Bettenhaus des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde-Teltow GmbH.
2001
Eröffnung eines neuen Kfz-Diagnosezentrums im Aus- und Weiterbildungszentrum Ludwigsfelde (ZAL). Das Nadelöhr an der Potsdamer Straße ist weg: die alte Autobahnbrücke, gebaut im Jahre 1936, wird abgerissen. 10 Jahre MTU: Zur Einweihung einer neuen Halle wird das Triebwerk TP 400 enthüllt. Als Gäste werden u.a. Bundespräsident Johannes Rau und Ministerpräsident Manfred Stolpe begrüßt. Nach 18-monatiger Bauzeit wird das Gemeindezentrum in Wietstock eingeweiht. Die Stadt Ludwigsfelde vergrößert sich abermals. Die Gemeinde Ahrensdorf gehört ab Dezember als Ortsteil zur Stadt.
2002
Die Stadt erhält 50.000 Euro Fördermittel wird für ein integriertes Stadtentwicklungskonzept, dies ist Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Bundeswettbewerb "Stadtumbau Ost - für lebenswerte Städte und attraktives Wohnen". Bürgermeisterwahl in Ludwigsfelde: Heinrich Scholl (SPD) wird nach 1990 und 1993 zum dritten Mal als Bürgermeister wiedergewählt. Die weiteren Stimmen gehen mit an Knut Bukowiecki (PDS) und an Martina Borgwardt (FDP). Verabschiedung des Ersten Beigeordneten der Stadt Ludwigsfelde, Klaus-Dieter Ertelt. Aufgrund seiner besonderen Verdienste beim Aufbau demokratischer Strukturen in der Stadt wird ihm die Ehrennadel der Stadt Ludwigsfelde verliehen. Als Nachfolger wird Frank Gerhard gewählt. Beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - unser Dort hat Zukunft" belegt Ludwigsfelde mit dem Gemeindezentrum Wietstock den zweiten Platz. Eröffnung des Stadtmuseums im rekonstruierten Bahnhofsgebäude: Gestartet wird ein Oldtimer- und Autocorso vom alten Museum über alle Ortsteile und endet am neuen Museum in der Straße Am Bahnhof. Im Ortsteil Schiaß wird das renovierte Feuerwehrhaus vom Bürgermeister übergeben. Dr. Weiß von DaimlerChrysler übergibt dem Museum einen W 50, es ist der erste LKW, der anlässlich der Stadtrechtverleihung am 18.07.1965 in Ludwigsfelde hergestellt wurde. Das Bettenhaus des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde wird übergeben. Die Außenstellen in Teltow und Zossen werden geschlossen. Der Westverbinder wird für den Verkehr freigegeben, somit ist jetzt eine kurze Verbindung zwischen den westlichen Stadtteilen gegeben.
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